Bauen in Waldshut-Tiengen: Was Sie vor der Planung prüfen sollten

Waldshut-Tiengen ist für Bauherren besonders interessant, weil innerhalb derselben Stadt sehr unterschiedliche Bedingungen auftreten.
Die kommunale Wärmeplanung beschreibt Höhenlagen von ungefähr:
- 310 m am Rhein
- bis über 700 m im nördlichen Stadtgebiet.
Das beeinflusst:
- Schnee,
- Gelände,
- Wasser,
- Baugrund.
1. Eigene Baurechtsbehörde
Waldshut-Tiengen besitzt ein eigenes Baurechtsamt.
Für Grundstücke im Stadtgebiet läuft die baurechtliche Zuständigkeit deshalb über die Stadt und nicht über die normale Sachbearbeitung des Landratsamts für die übrigen Gemeinden.
Das ist besonders wichtig, wenn man von einem Grundstück in:
auf Waldshut-Tiengen wechselt.
Die zuständige Behörde ist eine andere.
2. BürgerGIS: zuerst hier beginnen
Die Stadt stellt ein BürgerGIS bereit.
Dort finden Sie insbesondere:
Das ist für eine erste Grundstücksprüfung der beste lokale Startpunkt.
3. Waldshut ist nicht Tiengen – und die Ortsteile sind wieder anders
Ein Grundstück im historischen beziehungsweise dicht bebauten Stadtbereich stellt andere Fragen als ein Grundstück in einer lockeren Randlage.
Prüfen Sie deshalb nie nur:
„Was gilt in Waldshut-Tiengen?“
Sondern:
- Gemarkung,
- Ortsteil,
- Bebauungsplan,
- konkrete Parzelle.
4. Rhein und Hochwasser
In rheinnahen Bereichen ist die Hochwasserkarte zentral.
Zusätzlich:
prüfen.
Das BürgerGIS ermöglicht zumindest die direkte Verbindung zwischen Stadtplan und Hochwassergefahrenkarte.
5. Tiengen und Gewässer
Nicht nur der Rhein zählt.
Das Stadtgebiet wird auch von weiteren Gewässern geprägt.
Bei Grundstücken in Gewässernähe:
- Gewässerrandstreifen,
- HQ100,
- Starkregen,
- Entwässerung
prüfen.
Nicht die Entfernung zum Rhein als einzige Wasserkennzahl benutzen.
6. Höhe beeinflusst Schneelast
Der gesamte Landkreis Waldshut liegt nach der aktuellen technischen Bauvorschrift in Schneelastzone 2.
Aber innerhalb derselben Zone ist die Geländehöhe entscheidend.
Ein Grundstück unten am Rhein kann eine deutlich geringere charakteristische Schneelast haben als ein hoch gelegenes Grundstück derselben Stadt.
Deshalb bei:
- Carport,
- Flachdach,
- PV,
- Altbaudach
immer die exakte Grundstückshöhe verwenden.
7. Hang und Baugrund
In höher gelegenen oder geneigten Stadtteilen können Kosten entstehen durch:
- Erdarbeiten,
- Stützmauern,
- schwierige Zufahrt,
- Wasserführung.
Das heißt nicht, dass Hanggrundstücke schlecht sind.
Aber die Hausposition sollte aus dem Gelände entwickelt werden.
8. Altstadt und alter Bestand
Bei älteren Häusern in Waldshut oder Tiengen:
- Bauakte,
- Denkmalschutz,
- frühere Umbauten
prüfen.
Ein historisches Gebäude kann:
- genehmigte alte Besonderheiten,
- illegale spätere Änderungen,
- besondere Fassadenanforderungen
haben.
9. Entwässerung ist ein eigener Planungsblock
Das städtische Tiefbauamt beziehungsweise der Eigenbetrieb Abwasser ist für das Kanalnetz zuständig.
Vor Planung eines tiefen Kellers oder einer Einliegerwohnung sollte geklärt sein:
- Rückstauebene,
- Kanalanschluss,
- Regenwasserführung.
Das gilt besonders in Geländesenken.
10. Neue PV und alter Dachstuhl
Bei Bestandsimmobilien ist die Schneelast nur eine Seite.
Wenn PV geplant ist:
- Statik,
- Alter des Dachstuhls,
- Zustand,
- zusätzliche Modul-/Unterkonstruktionslast
prüfen.
Je höher die Grundstückslage, desto wichtiger wird diese Kombination.
Waldshut-Tiengen-Check
Quellen
- Stadt Waldshut-Tiengen – BürgerGISwaldshut-tiengen.de
- Stadt Waldshut-Tiengen – Bebauungsplänewaldshut-tiengen.de
- Stadt Waldshut-Tiengen – Baurechtsamtwaldshut-tiengen.de
- Stadt Waldshut-Tiengen – Tiefbau und Abwasserwaldshut-tiengen.de
- Kommunale Wärmeplanung – Höhenlage des Stadtgebietswaldshut-tiengen.de